Es ist eine Weile her, dass ich mich mit den Geburtstagen bekannter Zauberkünstler beschäftigt habe, jetzt finde ich endlich wieder Zeit. Im August bis Oktober hatten folgende Zauberer Geburtstag:
Finn Aspen (bürgerlich Jorma Airaksinen), geb. 6.10.1942, aus Finnland, bekannt als „The Asps“ mit Ihrer Taubenzauberkunst,
Awerino, ebenfalls geboren am 6.10., allerdings bereits 1931, Tblissi (UdSSR), aus der Zirkusfamilie Suhr-Hüttemann. Er hatte eine außergewöhnlich Zauberdarbietung: in der Manege erscheint ein Roggenfeld, das sich in ein Weizenfeld und schließlich in einen Garten mit blühenden Apfelbäumen verwandelt. Verrückt!
Eberhard Baur, geboren 26.9.1944, Dessau, bekannt für seine Manipulation mit 12cm großen Bällen,
Harry Blackstone, 27.09.1885, Chicago, Illinois-16.11.1965, Hollywood, Kalifornien, hieß bürgerlich Henri Bouton, nannte sich dann Harry Bouton, Frederick the Great und schließlich Harry Blackstone. Sein Haupttrick war das „Tanzende Geistertaschentuch“.
Bruno Christoph, 1.9.1892 Neu-Weißensee (jetzt Teil von Berlin) – 11.8.1964, Berlin. Schüler des „Kaiserlich-Russischen Hofkünstlers“ Henri Maletzki, erhielt Auftrittsverbot im Jahre 1934 wegen „staatsfeindlicher Gesinnung“.
Peter Dahms, 18.09.1946, Halle,
Dante, 3.10.1882, Kopenhagen – 16.6.1955 Northridge, Kalifornien, bürgerlich Harry Alvin Jansen, wurde 1923 von Thurston engagiert und dieser gab ihm auch den Namen „Dante“. Im August 1939 war er in der Berliner Scala (eine berühmte Variete-Bühne, die an der heutigen Martin-Luther/Ecke Fuggerstrasse gestanden hat) engagiert, bei Kriegsausbruch blieben ihm sechs Stunden Zeit zum Ausreisen. Seine berühmteste Show hieß „Sim Sala Bim“, mit der er in England, Deutschland, Holland, Kanada, Mexiko und Skandinavien gastierte.
Ludwig Döbler, 5.10.1801, Wien – 18.4.1864 Gstettenhof (Österreich), zauberte mit seinen physikalischen Experimenten vor Metternich und dann vor Kaiser Franz 1825, dann vor Goethe im Jahre 1831, dann wieder in Wien im Josephstädter Theater (heute: Theater an der Josefstadt, das ich selber auch sehr gut kenne…), bekannt vor allem für „Floras Blumenspende“.
Fee Eleisa, 27.9.1951, Berlin West, bürgerlich Elisabeth Lennartz, arbeitete mit Werner Hornung am Deutschen Theater in München, wurde 1979 Weltmeisterin bei der FISM.
Graziadei, 19.10.1898 Wien – 30.12.1965 Wien, war zunächst Claqueur im Wiener Apollo-Variete, lernte den Zauberer und Kartenkünstler Dario Paini (1867-1935) kennen und wurde selber Zauberkünstler.
Rolf Hansen, 10.10.1885, Wien – 18.08.1959, Hamburg, bürgerlich Rudolf Holba, lernte als Schuljunge bei Gastspielen Nelson Downs und Carl Hertz kennen, wurde dann selber mit einem Auftritt im berühmten Viktoria Salon in Dresden bekannt.
(Exkurs: Der Viktoria Salon wurde von Carl August Thieme am 27. August 1870 im Grundstück Waisenhausstraße 26 als „Dresdens erstes Varieté-Theater mit internationalen Programmen“ eröffnet. Der große Saal mit seinen 1500 Plätzen, der kunstvoll verzierten Decken- und Wandgestaltung und den zwei Rängen galt als eine noble Spielstätte. Barfußtänzerinnen, Bauchredner, Kunstradfahrerinnen, Trapezkünstler, Sprungbrettartisten – um nur einige zu nennen – unterhielten die Besucher. Aber auch die Auftritte des Orchesters, der Soubretten und Gesangskomiker gehörten zum Programm. Am 27.April1870 verunglückte im Viktoriasalon der sogenannte „Turnerkönig“ Karl Foottit. Der 18Jährige verfehlte bei einem Deckenlauf das Trapez und stürzte in den nicht überspannten Zuschauerraum. Lebensgefährlich verletzt wurde der junge Mann in das Stadtkrankenhaus gebracht.
Besonderes Interesse löste 1876 die Aufstellung der „Thomas’schen Höllenmaschine“ im Viktoriasalon aus. Die Besucher bestaunten mit Grausen das teuflische Räderwerk, das einmal in Gang gesetzt, die Explosion der Zündmasse verursacht. Die Zuschauer bekamen zur Show ein Buffet. In den großzügigen Räumlichkeiten im Viktoria-Keller wurde geschaut und geschlemmt (ähnlich den heutigen Dinnershows wie in Palazzo oder Europapark). Der Viktoriasalon wurde 1918 zum Kino umgebaut und wurde 1945 im Bombenhagel völlig zerstört. Exkurs Ende.)
Georg Heubeck 30.08.1829 Wien – 8.3.1899 Wien, wurde von Zauberkünstler Hermanutz 1844 inspiriert, lernte Hofzinser kennen und wurde vom Großen Elysium in Wien für vier Monate engagiert. Das Elysium war eine unterirdische Erlebnisgaststätte mit unterirdischer Pferdeeisenbahn (!) vom Hofzuckerbäcker Joseph Daum in der Wiener Johannesgasse 4 (heute Metro Kino). Hier wurden z.B. auch die „Nebelbilder“, eine Art Laterna Magica-Projektion von Ludwig Döbler gezeigt. Er war der einzige Schüler Hofzinsers!
Kassagi, 28.09.1932 Tunis, (Tunesien), zeigte Illusion und reiste in viele Ländern, produzierte Filme wie „Pickpocket“.
Alois Kassner, 28.8.1887 Groß Gohlau bei Breslau – 23.3.1970 Berlin (West), wurde 1907 Assistent des Zauberkünstlers Eduard Jänicken (Tasco), hatte dann selber eine große Zaubershow mit vier Assistentinnen (Diamond und ich haben nicht einmal eine!). Sein Haupttrick war das Verschwindenlassen des Elefanten Toto auf offener Bühne.
John Olms, 30.08.1880 Meißen – 6.08.1955 Berlin, bekannt als „Uhrenkönig“.
Paul Potassy, 23.10.,1923 Wien, trat in den Bädern der Ostsee auf, wurde dort von Willi Schäffers, dem Direktor des Berliner Kabaretts der Komiker (Kurfürstendamm 156, nicht weit von der heutigen Schaubühne am Lehniner Platz) engagiert.
Punx, 27.10.1907 Hartlebury, Worcestershire (England), bürgerlich Ludwig Hannemann, legte viel wert auf die kunstvolle Ausführung von Zaubertricks.
Randi, 7.8.1928 Toronto, Kanada, bürgerlich Randall James Zwinge, bekennender Gegner von allen „Spiritisten“ insbesondere Uri Geller…
Bert Rex, 19.09.1956, Bad Frankenhausen, großartiger Zauberer und Conferencier, derzeit im Krystallpalast Variete Leipzig zu sehen!
Salvano, 17.09.1929 Chojnice (Polen), bürgerlich Tomasz Cheminski, sah 1045 den Zauberkünstler Nemo, tourte mit Werner Hornungs Zaubertheater, ich sah ihn zuletzt im Jahr 2000 in Lissabon.
Hans Saxburger, 14.10.1930 Burkal bei Tondern (Dänemark), angeregt durch den dänischen Zauberkünstler Solimann
Harry Thiery, 3.10.1936 Venlo (Niederlande), zauberte mit Dukaten als „Di Sato“, erhielt den Grand Prix 1967 in Baden Baden
Chevalier Ernst Thorn, 22.09.1853 Jaroslau (Jaroslaw), Polen, – 21.5.1928 Leipzig, sah mit zehn Jahren den Zauberkünstler St.Roman, wurde dann Assistent des Zauberer H.S.Cagliostro, sah Bellachini und wurde dessen Assistent, arbeitete auch mit seinem Bruder als „Thorn & Darwin“ sowie mit seiner Frau Julie, wurde Direktor des von ihm gegründeten Varietes Colosseum in Lemberg (nicht weit von der „Schleyen- Synagoge“ in Lemberg/Lviv)

Inhalte großenteils aus: Das Große Hokuspokus, Gisela und Dietmar Winkler, Berlin (Ost) 1985

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