Die Zaubershow „Illusia“ hier in Leipzig wächst und gedeiht. Wir haben in den letzten beiden Tagen vier Shows gespielt – es war ein Härtetest, den wir alle mit Bravour bestanden haben. Alle Künstler ziehen hier an einem Strang und keiner von uns versucht, sich in den Vordergrund zu spielen. Es ist schlicht und ergreifend „unsere“ Zaubershow. Der Zauberercast ist wie ich finde auch sehr gut ausgesucht – Kompliment an Urs Jäckle und Stefan Warmuth! Ich glaube diese Show könnte in die Geschichte der Zauberkunst eingehen, wenn sie es nicht schon ist. Jeder Zauberkünstler bedient ein anderes Genre auf der Bühne: Gaetan Bloom zeigt durch perfekte Ablenkung, wie nah und doch gegengesetzt Lachen und Staunen sind, Timo Marc sorgt für gute Laune durch großartiges Timing, Malin Nilsson spielt eine Mischung aus Clown und Hexe, die man einfach gesehen haben muß, Craig Christian und Liz sind „Grandseigneur“ und „Grande Dame“ der Zauberkunst und der Großillusionen, Sebastian Nicolas zeigt Überlegenheit und Charme durch atemberaubende Fingerfertigkeit und Diamond und ich sind für die „Magie des Geistes“, Bauchreden und unsere „etwas anderen“ Illusionen verantwortlich. Zwischendurch gibt es Goethe und Hesse mit dem Versuch einer leichten unaufdringlichen Sinngebung. Leipzig ist ja mit Auerbachs Keller geradezu prädestiniert fürs Faustische. Das Restaurant ist übrigens vom Variete ungefähr sieben Gehminuten entfernt.
Ich war übrigens heute vormittag mit Diamond im Gewandhaus und habe mir die 8. Sinfonie Schostakowitschs angehört bzw. angesehen (wie sagt man eigentlich bei einem Konzert…?). Die Sopranistin Jane Eaglen sang zuvor die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner. Die achte Sinfonie war in der ersten Dreiviertelstunde unglaublich spannend und hat mir den einen oder anderen Gänsehautschauer beschert (was sagte noch Tucholsky über die Gänsehaut?). Gegen Ende wurde mir die Sinfonie etwas lang. Der Einklang des Orchesters (unter anderem mit acht Kontrabässen!) war phänomenal und der Dirigent Eliahu Inbal war ein zauberhafter Zeremonienmeister….
Die Akustik des Gewandhauses ist erstaunlich. Nicht nur das Orchester ist hervorragend zu hören, auch die Zuschauer! Wenn ein Gast 80 Meter entfernt ein Hustenbonbon auswickelt, haben alle was davon! Auf Platz zwei der Geräuschecharts rangiert intensives Naseputzen, auf Platz drei der winterliche Gästehusten. Wie sagt man noch? Heutzutage gehen Menschen nicht zum Arzt, sie gehen ins Konzert….

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