Viele Grüße aus dem Biergarten der Alten Waggonhalle Marburg! Das Areal erinnert etwas an die Kulturbrauerei in Berlin und den Kunstpark Ost in München (naja, zumindest 1/20tel davon). Auf jeden Fall hat der Ort hier etwas urgemütliches und kultiges.
Apropos kultig: Auch im Mai haben wieder einige bekannte Zauberkünstler Geburtstag:
Imro Fox (Isidor Fuchs), 21.5.1852 in Bromberg bis 4.3.1910 in Utica, New York, Sohn eines Kaufmanns, zeigte schon als Kind Interesse für die Zauberei, das durch einen Zauberkasten, den der Vater von der Frankfurter Messe mitbrachte, noch gesteigert wurde. Mit 14 Jahren ging er in die USA. Ohne jegliche Mittel, nur mit einem Kartenspiel reiste er von San Francisco nach New York, unterwegs in Gasthöfen bescheidene Vorstellungen gebend. Später konnte er sich einige Apparate anschaffen und stellte ein Programm zusammen, bei dem er durch seinen humorvollen Vortrag begeisterte. Er trat in allen größeren Theatern der USA auf. 1897 kam er ins Mellini Theater Hannover und nach Berlin. 1898 tat er sich mit Servais le Roy und Frederick Eugene Powell zusammen, mit ihrer „Great Triple Alliance“ hatten sie großen Erfolg. Nach zwei Jahren machte sich Fox wieder selbständig, im Dezember 1901 gastierte er im Berliner Wintergarten, anschließend im Hamburger Hansa Theater und bereiste dann Deutschland und Österreich. Er zeigte u.a. einen Taubentrick, bei dem er zwei Kasserolen mit einer weißen und einer schwarzen Tauben zeigte. Beiden riss er die Köpfe ab, die Tauben und die Köpfe wurden vom Gehilfen in die Kasserolen gelegt, er verwechselte aber die Köpfe, so daß nun jede Taube einen andersfarbigen Kopf hatte. Fox riss erneut die Köpfe ab und nun erschienen die Tauben wieder quicklebendig mit dem richtigen Kopf. er zeigte auch den „spiritistischen Tisch“, der an seinen Fingerspitzen schwebte, machte Wasser zu Tinte, zeigte den „Talerfang“ in Verbindung mit der „Talertreppe“, das „Fahnenfest“ und den „Unerschöpflichen Hut“. Zwischendurch führte er seine sehr gekonnten Karten- und Billardballmanipulationen vor. Ihm wird auch die Erfindung des „Bilardballautomaten“ zugeschrieben, bei dem die Bälle aus einem Stativ erscheinen und verschwinden.
Ebenfalls im Mai geboren ist der einmalige DOUG HENNING, geboren 3.5.1947 Winnipeg, Manitoba (Kanada). Durch einen Zauberer im Fernsehen erhielt Doug Henning die ersten Anregungen zur Zauberei. Die ersten eigenen Versuche mit einem geschenkten Zauberkasten scheiterten, aber Henning versuchte es nach einiger Zeit wieder und während seines Studiums in Hamilton gab er bereits Vorstellungen vor Kinder in kleinen Veranstaltungen. Er war der bisher einzige Magier, der von Dai Vernon als Schüler angenommen wurde. Henning tritt bei seiner Darbietung in legerer Kleidung, in Jeans und T-Shirt, auf. Er zeigt Manipulationen und Illusionen und wurde zuerst bekannt mit seiner Show „Spellbound“. 1974 wurde er für ein Musical an den Broadway engagiert, in dem er 14 Illusionen zeigte und großen Erfolg zu verzeichnen hatte. Eine TV-Show „World of Magic“ folgte, eine zweite wurde 1976 produziert. Henning hat zahlreiche Illusionen neu entwickelt, sie wurden in diesen Shows erstmals gezeigt. In seinem Programm hat er u.a. Houdinis „Wasser-Tortur“, bei der Henning, mit Handschellen gefesselt, kopfüber und kopfunter in einen Wassertank getaucht wird. Der Tank wird verschlossen, ein Vorhang wird herabgelassen. Nach zwei Minuten läuft ein Assistent nach hinten, um eine Axt zu holen und den Tank zu zertrümmern. Wenn er zurückkommt, fällt der Vorhang, der Mann mit der Axt ist Henning selbst. Einer seiner Originaltricks ist die Wasserschwebe-Illusion, in der eine Assistentin inmitten von Wasserfontänen erscheint und auf diesen schwebt. Henning startete nach seinen Fernsehproduktionen eine große Tournee, die zu einem Riesen-Erfolg für ihn wurde. Er gilt als einer der besten Illusionisten der Gegenwart.
Fredo Marvelli hat ebenfalls im Mai Geburtstag. Friedrich Jäckel (4.5.1903, Neustadt, Prudnik (Polen) bis 6.5.1951, Andorra) war der Sohn eines Försters und sollte nach dem Willen der Eltern Theologie studieren, aber schließlich ging er bei einem Dentisten in die Lehre. Das Lehrgeld verdiente er sich als Geiger in einem Konzertcafe. Nach der Ausbildung ging er kurzentschlossen zur „Welt-Arena Brandenburg„. Hier begann seine Laufbahn als Zauberkünstler, und durch anhaltendes, beständiges Üben gelang es ihm, den Grad an Fingerfertigkeit zu erreichen, den er später besaß. Anfänglich ohne besonderen Erfolg, gelang es ihm 1925 als Japaner Ly Yong im Zirkus Busch in Breslau mit der Wunderkugel Aufsehen zu erregen. Bald danach wählte er den Namen „Marvelli“ und erreichte den Stil, der ihn bekannt machte. 1937 erhielt er auf dem Magischen Kongress in Berlin den Ring des Magischen Zirkels, die höchste Auszeichnung, für ein Jahr zuerkannt. 1938, auf dem Kongreß in Frankfurt am Main, erhielt er den Ring ein zweites Mal. Marvelli unternahm zahlreiche Tourneen durch viele Länder, so durch Südamerika und die Sovietunion. Er gastierte kaum in Varietes, sondern mietete für seine Vorstellungen große Säle. Im Beethovensaal in Berlin gab er ein VIertel Jahr hintereinander ständig ausverkaufte Vorstellungen. Marvelli betrachtete die Zauberei als Kunst, und seine Vorstellungen blieben den Zuschauern unvergessen. Während der Darbietung plauderte er mit den Besuchern, unterhielt sie nur mit seinen Händen, fast ohne Apparate, für zwei Stunden in seinem Bann. Von seinen vielen Tricks sind besonders hervorzuheben sein Fang brennender Zigaretten, den er im Tanzschritt vorführte, sein schwebender Stab, den man als Vermächtnis Hofzinsers bezeichnen kann, und vor allem sein in langjähriger Arbeit entstandenes lebendes Seil. Es lag erst unscheinbar auf einem Tisch, um dann unter UV-Licht zum Leben zu erwachen, unter Rucken und Zucken richtete es sich steil auf, um zum Schluß wieder zusammenzufallen. Dabei war es nichts weiter als ein dickes Seil, das die Zuschauer untersuchen konnten. 1949 gab er das schon 1942 gedruckte BUch von Ottokar Fischer, Hofzinsers Zauberkünste, heraus. 1955 setzte er sich zur Ruhe und übergab seine Show an Olof Becher, der sie unter Marvellis Namen weiterführte. Dass Marvelli auch ein guter Geschäftsmann war, bezeugten seine Besitzungen in Spanien, Andorra, Frankreich und auf den Kanarische Inseln.

Daten größtenteils aus: Das Große Hokuspokus, Gisela und Dietmar Winkler, Berlin 1985

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